Nachhaltigkeitsverständnis

Nachhaltigkeitsverständnis der ExpertInnen der Allianz Nachhaltige Universitäten in Österreich

Aufbauend auf der in § 1 Universitätsgesetz 2002 (UG 2002) festgehaltenen Verantwortung der Universitäten gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt [1] bekennen sich die zur Allianz Nachhaltige Universitäten zusammengeschlossenen Universitäten zu dem Verständnis einer nachhaltigen Entwicklung, wie sie heute international im Sinne einer generationenübergreifenden und globalen Verantwortung akzeptiert ist.

Angesichts der Globalen Herausforderungen (“Grand Challenges“, zum Beispiel Klimawandel, Ressourcenverknappung, Ernährungssicherheit, Energieversorgung, Biodiversitätsverlust, demografischer Wandel, soziale Sicherheit, Migration) müssen Universitäten ihre Vorreiterrolle für eine zukunftsfähige Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft in Forschung und Lehre sowie Universitätsmanagement und Wissensaustausch aktiv erfüllen.

Aus Sicht der Nachhaltigkeit dürfen die Ökosysteme der Erde nicht in ihrer Assimilations-, Puffer- und Regenerationsfähigkeit beeinträchtigt werden. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung darf daher die Grenzen der ökologischen Tragfähigkeit nicht überschreiten. Diese Zielsetzung muss jedoch eng verzahnt sein mit Lösungspfaden zur dauerhaften Erhöhung der sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit, was auch die Bereiche Lebensqualität und Lebensstile einschließt. Nachhaltigkeit des Wirtschaftens bedeutet demzufolge nicht eine einseitige Reduzierung auf das Ziel der Langfristigkeit, sondern ist eingebettet in die ökologische und soziale Verantwortung.

Das Nachhaltigkeitsverständnis an den Allianz-Universitäten inkludiert die kulturelle Dimension der Nachhaltigkeit als einen wesentlichen Beitrag zur Vernetzung und Integration der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen. Die Beförderung einer nachhaltigen Entwicklung an und durch Universitäten erfordert neben diesbezüglicher Forschung und Wissensvermittlung auch die kritische Reflexion von Werten in der Gesellschaft und des eigenen Handelns.

Für die Wahrnehmung aller dieser Aufgaben kommt den Universitäten in Wechselwirkung mit anderen gesellschaftlichen AkteurInnen eine bedeutende Rolle zu, um praxisorientierte auf Forschungserkenntnissen basierende Entwicklungspfade in Richtung Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft  mitzugestalten.

[1] „Die Universitäten sind berufen, der wissenschaftlichen Forschung und Lehre, der Entwicklung und der Erschließung der Künste sowie der Lehre der Kunst zu dienen und hiedurch auch verantwortlich zur Lösung der Probleme des Menschen sowie zur gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft und der natürlichen Umwelt beizutragen“ (UG 2002 § 1)