Klimaneutrale Universitäten & Hochschulen

Arbeitsgruppe
„Klimaneutrale Universitäten & Hochschulen

Die Arbeitsgruppe „Klimaneutrale Universitäten & Hochschulen“ zielt darauf ab, in Forschung, Lehre und Verwaltung des tertiären Bildungsbereichs die Transformation in Richtung Klimaneutralität voranzutreiben. Universitäten und Hochschulen können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten – denn ihre Treibhausgasemissionen sind nach wie vor beträchtlich. Die Emissionen werden vor allem durch Mobilität (insbesondere Dienstreisen und Pendeln) und durch den Energieverbrauch (Strom und Wärme) verursacht.

Die Arbeitsgruppe verfolgt ihr Ziel anhand konkreter Projekte. Im Folgenden werden das derzeit laufende Projekt „ClimCalc 2.0“ (Fokus: Treibhausgas-Bilanzierung) und das bereits abgeschlossene Projekt „Climate Friendly Climate Research“ vorgestellt.

1. Projekt „ClimCalc 2.0“ – Treibhausgas-Bilanzierung und -Reduktion an Universitäten und Hochschulen

 AusgangsituationProjektinhaltErgebnisseKontakt

Ausgangssituation

Damit Hochschulen und Universitäten Emissionstreiber identifizieren, wirksame Maßnahmen setzen und den Fortschritt messbar machen können, ist die Erstellung einer CO2-Bilanz eine wichtige Voraussetzung. Dafür wurde in einem Vorgängerprojekt das Bilanzierungstool ClimCalc speziell für Universitäten und Hochschulen entwickelt. Allerdings blieben auch nach diesem Projekt verschiedene Hürden bestehen, die die Integration von Treibhausgas-Emissionen in die regelmäßige Berichterstattung von Lehr- und Forschungseinrichtungen erschwerten. Außerdem bestand die Herausforderung, dass die spezifischen CO2-Emissionsdaten, auf denen Bilanzen basieren („Emissionsfaktoren“), regelmäßig aktualisiert werden müssen, um die Emissionen seriös quantifizieren zu können. Und schließlich bestand auch ein Bedarf an Gelegenheiten zum Austausch von Universitäten und Hochschulen untereinander, um bei ihren Anstrengungen zur CO2-Reduktion voneinander lernen zu können.

Aus diesen Gründen wurde das Nachfolgeprojekt „ClimCalc 2.0“ ins Leben gerufen. Es unterstützt Einrichtungen des tertiären Bildungssektors dabei, regelmäßig Treibhausgasemissionen zu bilanzieren sowie THG-Minderungsmaßnahmen – mit dem Ziel der baldigen Klimaneutralität – zu setzen.

Projektinhalt

Das Projekt ClimCalc 2.0 basiert auf drei „Säulen“:

  1. Weiterentwicklung des ClimCalc-Bilanzierungstools
© Kompetenzstelle für Klimaneutralität BOKU Wien

Im Rahmen des Projekts wurde die Benutzerfreundlichkeit des Bilanzierungstools verbessert: So wurde etwa die Datenerhebung vereinheitlicht und vereinfacht sowie die Darstellung der Ergebnisse verbessert. Das Tool eignet sich nicht nur für Universitäten und Hochschulen, sondern auch für Schulen der Sekundarstufe (das Tool kommt z.B. auch beim Schulprojekt „Making a Change“ zum Einsatz), für Forschungseinrichtungen, Ministerien und Verwaltungseinheiten.

Das ClimCalc-Tool ermöglicht eine Darstellung der Emissionen nach „Scopes“: Sie machen deutlich, wie viele Emissionen von der Organisation direkt verursacht werden (Scope 1) und wie viele indirekt durch die Aktivitäten der Organisation entstehen (Scope 2 und Scope 3). Diese Unterteilung entspricht dem international gebräuchlichen Standard „Greenhouse Gas Protocol“ und ermöglicht eine internationale Vergleichbarkeit.

Das ClimCalc-Excel-Tool steht in unterschiedlichen Versionen für die Jahre 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019 zur Verfügung (für das Jahr 2020 liegen die für die Berechnung notwendigen Emissionsfaktoren noch nicht vor). Es kann unten kostenlos heruntergeladen werden (siehe Links unter dem nachfolgenden Video). Wenn Sie das Tool für Ihre Einrichtung verwenden, freut sich das Projektteam über eine Kontaktaufnahme (siehe „Kontakt“ weiter unten)!

Wie das ClimCalc-Tool funktioniert, erläutert David Steinwender von der TU Graz im folgenden Video:

 – Video folgt in Kürze –

2. Jährliche Aktualisierung der Emissionsfaktoren:
Eine seriöse Quantifizierung der Emissionen einer Organisation setzt voraus, dass die zugrundeliegenden Daten zur spezifischen Emissionsintensität bestimmter Prozesse und Aktivitäten („Emissionsfaktoren“) aktuell sind. Daher ermittelte das Umweltbundesamt (UBA) während des Projektzeitraums die jeweils aktuellsten Zahlen zu den Emissionsfaktoren, die im ClimCalc-Bilanzierungstool verwendet werden. Als Datengrundlage zog das UBA die österreichische Luftschadstoffinventur, die Software GEMIS und die international bekannte Datenbank ecoinvent heran. Die Emissionsfaktoren werden aufgrund der oft schwierigen Beschaffung valider Daten durch das Umweltbundesamt erst ungefähr 1,5 Jahre nach Ende des jeweiligen Jahres in ClimCalc eingepflegt. Das heißt, für das Jahr 2019 im Sommer 2021 – und so weiter.

3. Workshops und Support

© Kompetenzstelle für Klimaneutralität BOKU Wien

Im Rahmen des Projekts werden Universitäten und Hochschulen aktiv bei der Verwendung des ClimCalc-Bilanzierungstools unterstützt. Die Unterstützung erfolgt in Form von regelmäßigen Workshops und individuellem Support. Die Workshops decken nicht nur das Thema Bilanzierung ab, sondern unterstützen die Universitäten und Hochschulen auch bei der Erarbeitung von individuellen „Klimaschutz-Roadmaps“ und bei der Formulierung von Reduktionszielen. Dabei vermitteln die Schulungen nicht nur fachliches Know-how, sondern bieten auch Gelegenheit zum Austausch zwischen den Universitäten und Hochschulen. So können diese voneinander lernen und Synergien nutzen. Die Workshops richten sich sowohl an Neueinsteiger*innen als auch an Personen, die bereits Erfahrung mit CO2-Bilanzierung und Klimaschutzstrategien haben.

Nächster Workshop:

8. November 2021, 13-17 Uhr (online) – nähere Infos zum Programm und zur Anmeldung finden sie hier. Neueinsteiger*innen sind herzlich willkommen!

Bisherige Workshops:

Ergebnisse

Die folgenden Grafiken veranschaulichen Treibhausgasbilanzen von Universitäten und Hochschulen, die anhand des ClimCalc-Tools erstellt wurden:

Kontakt

Weitere Downloads


 
2. Forschungsprojekt „Climate Friendly Climate Research“

Im Rahmen des Projekts wurde analysiert, auf welche Weise Forschungspraktiken zum Klimawandel beitragen und welche bestehenden Lösungsansätze es gibt. Außerdem wurde eine Machbarkeitsanalyse durchgeführt. Diese Analysen wurden in Form von Policy Briefs veröffentlicht. Zusätzlich wurde eine Liste von Empfehlungen erarbeitet. Im Rahmen einer Online-Konferenz wurden viele der Lösungsansätze dargestellt. Die Videos der Sessions stehen auf Youtube zum Nachschauen zur Verfügung (siehe hier).

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Homepage des CCCA.